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Missweisung und Deviation sicher beherrschen

Die Rechenkette vom rechtweisenden Kurs zum Kompasskurs gehört zu den absoluten Klassikern der PPL-Theorieprüfung im Fach Navigation. Und im Flugzeug entscheidet genau diese Kette darüber, ob dein Magnetkompass dich wirklich dorthin führt, wo du hinwillst.

Drei Nordrichtungen, drei Kurse

In der Navigation arbeitest du mit drei verschiedenen Nordrichtungen: geographisch Nord (die Richtung zum Erdpol, auf den sich deine Karte bezieht), magnetisch Nord (die Richtung, in die eine frei bewegliche Kompassnadel zeigt) und Kompass Nord (das, was dein konkreter Kompass im Flugzeug tatsächlich anzeigt). Zu jeder Nordrichtung gehört ein eigener Kurs: der rechtweisende Kurs, der missweisende Kurs und der Kompasskurs.

Die Missweisung (Variation) ist der Winkel zwischen geographisch Nord und magnetisch Nord. Sie entsteht, weil der magnetische Pol nicht mit dem geographischen Pol zusammenfällt, und sie ist je nach Ort auf der Erde unterschiedlich groß – außerdem ändert sie sich langsam mit der Zeit. Auf der ICAO-Karte findest du sie als Isogonen, also Linien gleicher Missweisung. In Deutschland liegt sie aktuell bei wenigen Grad Ost und nimmt langsam zu. Die Linie mit 0° Missweisung heißt Agone.

Die Deviation ist dagegen ein Fehler deines individuellen Kompasses: Metallteile, Kabel, Avionik und der Motor erzeugen eigene Magnetfelder, die die Kompassnadel ablenken. Die Deviation ist deshalb für jedes Flugzeug anders – und sie hängt zusätzlich vom Steuerkurs ab. Deshalb hängt im Cockpit eine Deviationstabelle, die für verschiedene Kurse die Korrekturwerte angibt.

Die Rechenkette: Vom rechtweisenden Kurs zum Kompasskurs

Die Umrechnung läuft immer in derselben Reihenfolge: rechtweisender Kurs → Missweisung anbringen → missweisender Kurs → Deviation anbringen → Kompasskurs. Die Vorzeichenregel dafür musst du sicher draufhaben: Westliche Missweisung wird addiert, östliche Missweisung wird subtrahiert – im englischen Merksatz: East is least, west is best. Für die Deviation gilt auf dem Weg vom missweisenden zum Kompasskurs dieselbe Logik: West addieren, Ost subtrahieren.

Ein Beispiel: Dein rechtweisender Kurs aus der Karte beträgt 100°. Die Isogone zeigt eine Missweisung von 5° West – also 100° + 5° = 105° missweisender Kurs. Die Deviationstabelle nennt für diesen Bereich 2° Ost – also 105° − 2° = 103° Kompasskurs. Genau diese 103° steuerst du dann am Kompass.

Wichtig: In der Gegenrichtung – vom Kompasskurs zurück zum rechtweisenden Kurs – drehen sich die Vorzeichen um. Wer die Kette nur in eine Richtung auswendig lernt, stolpert in der Prüfung über genau diese Umkehraufgaben. Verstehe die Logik dahinter, statt nur Formeln zu pauken: Du korrigierst immer den Winkelversatz zwischen zwei Nordrichtungen.

Flugschüler:in beim Lernen für die PPL-Theorie
„Ich hab jede Pause zum Lernen genutzt — am Prüfungstag war keine einzige Frage eine Überraschung."Lena · Flugschüler:in mit SoloReady

So nutzt du die Kette im echten Flug

Bei der Flugvorbereitung zeichnest du deinen Kurs auf der ICAO-Karte ein und misst ihn mit dem Kursdreieck oder Plotter – das Ergebnis ist immer ein rechtweisender Kurs, denn die Karte ist auf geographisch Nord ausgerichtet. Danach liest du die Missweisung an der nächstgelegenen Isogone ab, rechnest auf den missweisenden Kurs um und bringst zum Schluss die Deviation aus der Tabelle deines Flugzeugs an. Erst dieser Wert kommt in deinen Flugdurchführungsplan.

Im Flug steuerst du in der Praxis meist nach dem Kurskreisel, weil der Magnetkompass in Kurven und beim Beschleunigen systematische Anzeigefehler hat. Der Kurskreisel wandert allerdings mit der Zeit aus – deshalb gleichst du ihn regelmäßig im ruhigen Geradeausflug mit dem Magnetkompass ab. Auch dabei brauchst du das Verständnis der Kette: Der Kompass zeigt Kompasskurs, nicht rechtweisenden Kurs.

Dazu kommt im echten Flug noch der Wind: Der Windvorhaltewinkel wird zusätzlich zur Missweisungs- und Deviationskorrektur angebracht. Halte die beiden Themen sauber auseinander – Wind korrigiert die Abdrift über Grund, Missweisung und Deviation korrigieren nur die Referenzrichtung deines Kompasses.

Prüfungsrelevanz und typische Stolperfallen

In der PPL-Theorieprüfung sind Umrechnungsaufgaben zwischen rechtweisendem Kurs, missweisendem Kurs und Kompasskurs Standard – oft in beide Richtungen und gern kombiniert mit dem Windvorhaltewinkel. Wer die Vorzeichenregeln sicher anwendet, sammelt hier schnelle Punkte.

Die häufigsten Stolperfallen: Erstens das Vertauschen der Vorzeichen, besonders bei Aufgaben in Gegenrichtung (vom Kompasskurs zum rechtweisenden Kurs). Zweitens das Verwechseln von Missweisung und Deviation – merke dir: Missweisung ist eine Eigenschaft des Ortes, Deviation eine Eigenschaft deines Flugzeugs. Drittens wird gern vergessen, dass die Deviation kursabhängig ist und aus der Tabelle für den passenden Steuerkurs abgelesen werden muss.

Trainiere solche Aufgaben, bis die Kette automatisch sitzt. In SoloReady übst du Missweisungs- und Deviationsaufgaben im Prüfungsstil so lange, bis du sie im Schlaf rechnest – mit Erklärungen zu jeder Antwort.

Beispielfrage im Prüfungsstil

Dein rechtweisender Kurs beträgt 100°. Die Missweisung ist 5° W, die Deviation 2° E. Welchen Kompasskurs steuerst du?

Erklärung: Westliche Missweisung wird addiert: 100° + 5° = 105° missweisender Kurs. Östliche Deviation wird subtrahiert: 105° − 2° = 103° Kompasskurs. Merksatz: East is least, west is best.

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