Luftrecht

NOTAM und AIP: Dein Flug beginnt am Boden

Wer NOTAM und AIP sicher liest, fliegt keine Überraschungen an: gesperrte Pisten, aktivierte Flugbeschränkungsgebiete oder geänderte Frequenzen erkennst du schon in der Vorbereitung. In der PPL-Theorieprüfung gehört die Flugvorbereitung zu den Dauerbrennern im Fach Luftrecht.

Was sind AIP und NOTAM? Die Grundlagen

Das AIP (Aeronautical Information Publication, deutsch: Luftfahrthandbuch) ist die amtliche Sammlung aller dauerhaften luftfahrtrelevanten Informationen eines Staates. Es gliedert sich international einheitlich in drei Teile: GEN (allgemeine Informationen und Vorschriften), ENR (Streckeninformationen wie Lufträume, Flugverkehrsdienste und Gebiete mit Flugbeschränkungen) und AD (Flugplätze mit Pistendaten, Frequenzen, An- und Abflugverfahren). In Deutschland wird das AIP im Auftrag des Staates von der DFS herausgegeben.

Ein NOTAM (Notice to Airmen) ist dagegen eine kurzfristige Bekanntmachung: zeitlich begrenzte oder dringliche Änderungen, die für die Flugdurchführung wichtig sind. Typische Beispiele sind gesperrte oder verkürzte Pisten, ausgefallene Funknavigationsanlagen, Kranbaustellen in Platznähe oder die Aktivierung von Flugbeschränkungsgebieten.

Dazwischen liegen zwei weitere Veröffentlichungen, die du kennen solltest: AIP Supplements (SUP) für längerfristige vorübergehende Änderungen des AIP und AIC (Aeronautical Information Circulars) für erläuternde oder administrative Informationen, die nicht ins AIP passen. In Deutschland kommen außerdem die Nachrichten für Luftfahrer (NfL) hinzu.

AIRAC-Zyklus und NOTAM-Format verstehen

Damit Karten, Datenbanken und Verfahren weltweit synchron bleiben, werden betrieblich bedeutsame Änderungen im AIRAC-Zyklus veröffentlicht: einem festen Rhythmus von 28 Tagen mit international einheitlichen Stichtagen. Änderungen werden mit Vorlauf angekündigt, damit du und deine Navigationsdaten am Wirksamkeitstag auf demselben Stand sind.

Ein NOTAM folgt einem festen Aufbau: Die Q-Zeile codiert Inhalt und Betroffenheit für die maschinelle Auswertung, danach folgen die Felder A (betroffener Ort bzw. ICAO-Ortskennung), B (Beginn der Gültigkeit), C (Ende der Gültigkeit), E (Klartextbeschreibung) sowie bei Bedarf F und G (untere und obere Höhengrenze). Nach ihrer Funktion unterscheidet man NOTAMN (neu), NOTAMR (ersetzt ein bestehendes NOTAM) und NOTAMC (hebt ein NOTAM auf).

Zwei Details stolpern viele: Alle Zeiten in NOTAM sind UTC, nicht Lokalzeit. Und steht im Feld C der Zusatz EST, ist das Ende nur geschätzt – das NOTAM bleibt gültig, bis es ersetzt oder aufgehoben wird. PERM kennzeichnet dauerhafte Änderungen, die später ins AIP übernommen werden.

Flugschüler:in beim Lernen für die PPL-Theorie
„Struktur schlägt Talent: jeden Tag 20 Minuten, Schwächen gezielt wiederholt, beim ersten Anlauf bestanden."Tom · Flugschüler:in mit SoloReady

So nutzt du NOTAM und AIP in der Flugvorbereitung

Nach SERA.2010 musst du dich als verantwortlicher Pilot vor jedem Flug mit allen verfügbaren Informationen vertraut machen, die für den geplanten Flug relevant sind. Konkret heißt das: Aus dem AIP holst du dir die Basisdaten deiner Flugplätze – Pistenlängen und -richtungen, Frequenzen, Platzrundenverfahren, Betriebszeiten und Besonderheiten. Die NOTAM liefern dir dann das tagesaktuelle Lagebild.

Prüfe systematisch Startflugplatz, Zielflugplatz, Ausweichflugplätze und die Strecke: Sind Flugbeschränkungsgebiete (ED-R) aktiviert? Gibt es Fallschirmsprungbetrieb, Segelflugwettbewerbe oder temporäre Hindernisse wie Krane auf deinem Kurs? Ist eine Tankstelle oder eine Piste am Ziel außer Betrieb? Als Quelle dient in Deutschland das AIS-Portal der DFS; auch Flugplanungs-Apps bereiten NOTAM auf – die Verantwortung für die Vollständigkeit bleibt aber immer bei dir.

Ein Profi-Tipp aus der Praxis: Filtere bewusst. Lies zuerst die NOTAM deiner Flugplätze, dann die Strecken-NOTAM, und aktualisiere das Briefing kurz vor dem Abflug noch einmal – NOTAM können jederzeit neu erscheinen.

Prüfungsrelevanz: typische Stolperfallen

In der Theorieprüfung wird gern abgefragt, welche Information in welche Veröffentlichung gehört: kurzfristig und zeitlich begrenzt ins NOTAM, längerfristig-vorübergehend ins AIP SUP, erläuternd in die AIC, dauerhaft ins AIP. Ebenfalls beliebt: die Länge des AIRAC-Zyklus (28 Tage) und die Zuordnung der AIP-Teile GEN, ENR und AD.

Klassische Stolperfallen sind die Zeitangaben: Wer Feld B und C als Lokalzeit liest, liegt in Deutschland je nach Jahreszeit ein bis zwei Stunden daneben. Auch die Bedeutung von EST (geschätztes Ende, nicht "established") und der Unterschied zwischen NOTAMR und NOTAMC werden gern verwechselt.

Trainiere solche Fragen am besten im Prüfungsstil und mit Erklärungen zu jeder Antwort – dann sitzt das Schema, bevor du im Briefing-Raum stehst. Genau dafür ist SoloReady gebaut.

Beispielfrage im Prüfungsstil

Bei der Flugvorbereitung stellst du fest, dass am Zielflugplatz die Piste wegen Bauarbeiten für zwei Wochen teilweise gesperrt ist. In welcher Veröffentlichung findest du solche kurzfristigen, zeitlich begrenzten Informationen?

Erklärung: Kurzfristige, zeitlich begrenzte und für die Flugdurchführung wichtige Änderungen werden per NOTAM bekannt gemacht. Das AIP enthält dauerhafte Informationen, AIC sind erläuternde Rundschreiben, und die ICAO-Karte bildet nur den Stand ihres Ausgabedatums ab.

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