Wie der barometrische Höhenmesser funktioniert
Der Höhenmesser ist im Kern ein Luftdruckmesser mit Höhenskala. Sein Herzstück sind eine oder mehrere luftleer gepumpte Membrandosen (Aneroiddosen), die sich bei sinkendem statischen Druck ausdehnen und bei steigendem Druck zusammenziehen. Diese Bewegung wird mechanisch übersetzt und als Höhe angezeigt. Den statischen Druck bezieht das Instrument aus den Statikports des Pitot-Statik-Systems.
Die Umrechnung von Druck in Höhe folgt der ICAO-Standardatmosphäre: mittlerer Druck in Meereshöhe 1013,25 hPa, Temperatur 15 °C, definierte Temperaturabnahme mit der Höhe. In Bodennähe entspricht eine Druckänderung von 1 hPa grob 27 bis 30 ft Höhenunterschied – die für Überschlagsrechnungen übliche Faustformel lautet 1 hPa ≈ 30 ft.
Weil der tatsächliche Luftdruck ständig vom Standardwert abweicht, hat der Höhenmesser eine Nebenskala (Kollsman-Fenster), auf der du den Bezugsdruck einstellst. Erst diese Einstellung legt fest, worauf sich die angezeigte Höhe bezieht – und genau hier entstehen die klassischen Prüfungsfragen.
QNH, QFE und Standarddruck: die drei Einstellungen
Mit eingestelltem QNH zeigt der Höhenmesser die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel (MSL) an – am Boden also die Platzhöhe (Elevation). Das QNH ist der auf Meereshöhe reduzierte örtliche Luftdruck und die Standardeinstellung für den VFR-Flug unterhalb der Übergangshöhe: Nur mit QNH kannst du deine Höhe sinnvoll mit Geländehöhen und Hindernishöhen aus der Karte vergleichen.
Mit eingestelltem QFE zeigt das Instrument die Höhe über dem Bezugsflugplatz – am Boden also null. Das ist für Platzrunden mancherorts praktisch, für Streckenflüge aber ungeeignet. Mit dem Standarddruck 1013,25 hPa schließlich zeigt der Höhenmesser die Druckhöhe an, ausgedrückt als Flugfläche (Flight Level). Oberhalb der Übergangshöhe – in Deutschland in der Regel 5000 ft MSL – stellst du auf Standard um, damit alle Flugzeuge dieselbe Bezugsfläche nutzen und Halbkreisflugregeln funktionieren.
Merke dir die Reihenfolge im Flugverlauf: Beim Steigen wechselst du an der Übergangshöhe (Transition Altitude) von QNH auf 1013,25 hPa, beim Sinken an der Übergangsfläche (Transition Level) zurück auf das aktuelle QNH. Das aktuelle QNH bekommst du vom Fluginformationsdienst, vom Turm oder über ATIS.
„Struktur schlägt Talent: jeden Tag 20 Minuten, Schwächen gezielt wiederholt, beim ersten Anlauf bestanden."Tom · Flugschüler:in mit SoloReady
Fehler des Höhenmessers – und was sie im Flug bedeuten
Der gefährlichste Fehler ist der Druckfehler durch veraltete Einstellung: Fliegst du mit konstanter Anzeige von einem Hoch in ein Tief, sinkt deine wahre Höhe, ohne dass sich die Anzeige ändert – der Merksatz lautet: Vom Hoch ins Tief geht's schief. Pro Hektopascal QNH-Differenz liegst du rund 30 ft daneben. Deshalb stellst du das QNH auf Strecke regelmäßig nach, sobald du einen neuen Wert erhältst.
Dazu kommt der Temperaturfehler: Die Skala ist für die Standardatmosphäre kalibriert. Ist die Luftsäule unter dir kälter als Standard, ist sie dichter gepackt – deine wahre Höhe ist niedriger als die angezeigte. Auch hier warnt ein Merksatz: Im Winter sind die Berge höher. Über kaltem Gelände und in der Nähe von Hindernissen planst du deshalb großzügigere Reserven ein.
Schließlich gibt es Instrumentenfehler wie Reibung, Hysterese und eine gewisse Anzeigeverzögerung. In der Praxis fängst du das mit dem Höhenmesser-Check vor dem Abflug ab: QNH einstellen und prüfen, ob die Anzeige der veröffentlichten Platzhöhe entspricht – bei einer Abweichung außerhalb der zulässigen Toleranz (üblich ist die Größenordnung von etwa 50 bis 75 ft, siehe Flughandbuch bzw. Betriebsverfahren) gehört das Instrument in die Werkstatt.
Prüfungsrelevanz und typische Stolperfallen
Der Höhenmesser ist ein Dauergast in der Theorieprüfung – in der Luftfahrzeugkunde über Aufbau und Fehler, in Meteorologie und Luftrecht über QNH, Flugflächen und Halbkreisregeln. Typische Aufgaben: Rechenfragen mit 1 hPa ≈ 30 ft, das Verhalten der Anzeige beim Flug ins Tief oder in kalte Luftmassen und die Bedeutung der drei Bezugsdrücke. SoloReady bereitet dich darauf mit einer ECQB-PPL-orientierten Fragenbank vor – eigene Übungsfragen im Prüfungsstil.
Stolperfalle eins: QNH und QFE verwechseln. Präge dir ein: QNH – am Boden zeigt der Höhenmesser die Platzhöhe; QFE – am Boden zeigt er null. Stolperfalle zwei: die Richtung der Fehler. Sowohl beim Flug ins Tief als auch in kalte Luft bist du tiefer, als der Höhenmesser anzeigt – beides Fälle, in denen blindes Vertrauen gefährlich wird.
Stolperfalle drei sind die Rechenaufgaben: Lies genau, ob nach der angezeigten oder der wahren Höhe gefragt ist, und arbeite die Differenz sauber mit der 30-ft-Faustformel ab. Wer sich die Systematik einmal aufgemalt hat – Bezugsfläche, eingestellter Druck, tatsächlicher Druck –, rechnet solche Aufgaben in unter einer Minute.
Beispielfrage im Prüfungsstil
Du fliegst mit konstanter angezeigter Höhe von 3500 ft und eingestelltem QNH 1028 hPa in ein Gebiet, in dem das tatsächliche QNH nur 1008 hPa beträgt, ohne den Höhenmesser nachzustellen. Wie hoch fliegst du ungefähr wirklich (1 hPa ≈ 30 ft)?