Was ist ein Funkausfall – und was steckt oft wirklich dahinter?
Von einem Funkausfall spricht man, wenn die Sprechfunkverbindung nicht hergestellt oder aufrechterhalten werden kann. Die Ursachen reichen vom kompletten Ausfall der Bordelektrik über ein defektes Funkgerät bis zum hängenden Sendeknopf, der die ganze Frequenz blockiert.
Erstaunlich oft ist der „Ausfall“ jedoch hausgemacht: Lautstärke heruntergedreht, Squelch verstellt, falsche Frequenz gerastet, Headsetstecker halb gezogen oder das Audiopanel falsch geschaltet. Deshalb beginnt jedes Funkausfallverfahren mit systematischer Fehlersuche – Frequenz prüfen, Lautstärke hoch, Stecker kontrollieren, zweites Funkgerät oder Handfunkgerät versuchen, eine andere Bodenfunkstelle rufen.
Bringt das alles nichts, schaltest du den Transponder auf 7600. Damit erscheint dein Funkausfall unübersehbar auf den Radarschirmen der Flugsicherung, die daraufhin weiß, dass du keine Anweisungen mehr empfangen kannst – und den übrigen Verkehr entsprechend koordiniert.
Die Verfahren: Blindsendungen und der Weg zum Boden
Auch wenn du nichts mehr hörst, kann dein Sender noch funktionieren. Deshalb sendest du wichtige Meldungen „blind“: Du kündigst die Blindsendung an und übermittelst Position, Höhe und Absichten – jeweils zweimal, damit Mithörende die Information sicher aufnehmen können. So bleibt die Flugsicherung im Bild, selbst wenn du ihre Antworten nicht empfängst.
Für den VFR-Flug gilt als Grundsatz: unter Sichtwetterbedingungen weiterfliegen, am nächstgelegenen geeigneten Flugplatz landen und die zuständige Flugverkehrsdienststelle schnellstmöglich über die Ankunft informieren – notfalls per Telefon nach der Landung. Stur zum weit entfernten Zielflugplatz weiterzufliegen, ist selten die beste Wahl.
Beim Anflug auf einen kontrollierten Platz fügst du dich vorsichtig in den erkennbaren Verkehrsfluss ein und beobachtest den Turm: Dort greift die Flugsicherung zur Signallampe. Ein grünes Dauersignal bedeutet für ein Luftfahrzeug im Flug „Landung frei“, ein rotes Dauersignal „anderen ausweichen und weiterkreisen“, eine Folge grüner Blitze „zurückkehren zum Landen“, rote Blitze „nicht landen, Platz unsicher“. Am Tag bestätigst du Signale durch Wackeln mit den Tragflächen.
„Ich hab jede Pause zum Lernen genutzt — am Prüfungstag war keine einzige Frage eine Überraschung."Lena · Flugschüler:in mit SoloReady
Praxis: So bleibst du ohne Funk handlungsfähig
Der wichtigste Grundsatz bei jedem technischen Problem lautet: erst fliegen, dann navigieren, dann funken. Ein Funkausfall ändert nichts an der Steuerbarkeit deines Flugzeugs – fliege sauber weiter, halte Höhe und Kurs und arbeite die Fehlersuche strukturiert ab, statt hektisch an allen Knöpfen zu drehen.
Bereite dich schon am Boden vor: Notiere dir die Telefonnummer des Turms oder der Flugleitung auf dem Kniebrett, präge dir die Lichtsignale ein und überlege bei der Flugvorbereitung kurz, welche Plätze entlang der Strecke ohne Funk gut anfliegbar wären. Ein Handfunkgerät im Gepäck ist eine günstige Versicherung.
In der Platzrunde ohne Funk gilt: doppelt so viel rausschauen. Andere wissen nicht, dass du sie nicht hörst. Fliege die veröffentlichte Platzrunde besonders vorhersehbar, setze Positionslichter und Landescheinwerfer ein, um gut sichtbar zu sein, und rechne damit, dass Verkehr dir ausweichen muss, den du nicht angekündigt bekommst.
Prüfungsrelevanz: Codes und Lichtsignale sicher zuordnen
Der Klassiker in der Theorieprüfung ist der Transpondercode: 7600 für Funkausfall – nicht 7700 (Notfall) und nicht 7500 (unrechtmäßiger Eingriff). Die Antwortoptionen mischen diese Codes gezielt, also präge dir die Dreierreihe mit einer Eselsbrücke ein.
Zweiter Schwerpunkt sind die Lichtsignale: Grünes Dauersignal, grüne Blitze, rotes Dauersignal, rote Blitze und weiße Blitze haben im Flug und am Boden jeweils festgelegte Bedeutungen, die du auseinanderhalten musst. Besonders tückisch: Das grüne Dauersignal heißt im Flug „Landung frei“, die grünen Blitze dagegen nur „zurückkehren zum Landen“ – die Landefreigabe folgt dann separat.
Rechne außerdem mit Verfahrensfragen: weiterfliegen unter Sichtwetterbedingungen, Landung am nächstgelegenen geeigneten Platz, Blindsendungen zweimal übermitteln, Signale am Tag durch Flächenwackeln bestätigen. Mit SoloReady übst du diese Zuordnungen so oft, bis sie auch unter Prüfungsstress abrufbar sind.
Beispielfrage im Prüfungsstil
Nach einem Funkausfall näherst du dich einem kontrollierten Flugplatz. Vom Turm wird ein grünes Dauersignal auf dich gerichtet. Was bedeutet dieses Signal für dich im Flug?