Kommunikation

ATIS: In 60 Sekunden bestens informiert

Die ATIS liefert dir vor Anflug oder Abflug an kontrollierten Plätzen alle wichtigen Informationen – von der Piste in Betrieb bis zum QNH. Wer sie souverän abhört und richtig zurückmeldet, entlastet die Frequenz, wirkt professionell und punktet in der Theorieprüfung im Fach Kommunikation.

Was ist die ATIS – und warum gibt es sie?

ATIS steht für Automatic Terminal Information Service – eine automatische, laufend wiederholte Sprachausstrahlung an größeren kontrollierten Flugplätzen. Sie enthält die aktuellen Betriebs- und Wetterinformationen des Platzes, damit nicht jeder Pilot dieselben Fragen auf der Turmfrequenz stellen muss. Das Ergebnis: weniger Funkverkehr, mehr Kapazität für das Wesentliche.

Jede ATIS-Ausgabe bekommt einen Kennbuchstaben aus dem ICAO-Alphabet – Information Alpha, Bravo, Charlie und so weiter. Sobald sich etwas Wesentliches ändert oder eine neue Wettermeldung vorliegt, wird eine neue Ausgabe mit dem nächsten Buchstaben veröffentlicht. So können du und der Lotse sofort erkennen, ob ihr über denselben Informationsstand sprecht.

Die ATIS-Frequenz findest du in der AIP und auf den Anflugkarten des jeweiligen Platzes. An manchen großen Flughäfen gibt es die Inhalte zusätzlich als D-ATIS über Datalink – für dich als PPL-Schüler ist aber vor allem die klassische Sprachausstrahlung relevant.

Aufbau einer ATIS-Ausgabe: Das steckt drin

Eine typische ATIS folgt einem festen Schema, und genau das macht sie so gut abhörbar: Platzname und Kennbuchstabe, Beobachtungszeit in UTC, Anflugverfahren und Piste in Betrieb, dann das Wetter – Wind mit Richtung und Stärke, Sicht, gegebenenfalls signifikantes Wetter, Bewölkung, Temperatur und Taupunkt, QNH. Dazu kommen je nach Platz Angaben wie das Transition Level oder betriebliche Hinweise, etwa gesperrte Rollwege.

Der Trick beim Abhören: Schreib nicht alles mit, sondern nur das, was du wirklich brauchst. Bewährt hat sich ein kleines vorbereitetes Raster auf dem Kniebrett – Kennbuchstabe, Piste, Wind, QNH, Besonderheiten. Beim ersten Durchlauf hörst du grob zu, beim zweiten Durchlauf (die ATIS wiederholt sich ja in Schleife) füllst du die Lücken.

Wichtig für dein Verständnis: Die ATIS ersetzt keine Freigabe. Sie informiert dich nur. Rollfreigabe, Einflug in die Kontrollzone oder Landefreigabe bekommst du weiterhin ausschließlich vom Lotsen.

Flugschüler:in beim Lernen für die PPL-Theorie
„Theorie im Van am Spot, Praxis am Wochenende — die App hat den Weg zum Schein entspannt gemacht."Mika · Flugschüler:in mit SoloReady

So nutzt du die ATIS im echten Flug

Vor dem Abflug an einem kontrollierten Platz hörst du die ATIS ab, bevor du dich zum Rollen meldest. Beim Erstanruf sagst du dann zum Beispiel: 'Information Charlie erhalten'. Damit weiß der Lotse sofort, dass du Piste, Wind und QNH kennst – und muss dir nichts mehr einzeln durchgeben. Ist deine Information veraltet, wird er dich freundlich auf die aktuelle Ausgabe hinweisen.

Im Anflug gilt dasselbe Spiel: Hör die ATIS rechtzeitig ab, am besten deutlich vor dem Pflichtmeldepunkt oder der Kontrollzonengrenze, solange die Arbeitsbelastung noch niedrig ist. Stell dir das QNH gleich ein und sprich es beim Einstellen laut mit – so verhinderst du den Klassiker, dass der Höhenmesser noch auf dem QNH des Startplatzes steht.

Ein Praxis-Tipp aus der Ausbildung: Nutze das zweite Funkgerät, falls vorhanden, um die ATIS abzuhören, während du auf der aktiven Frequenz erreichbar bleibst. Mit nur einem Funkgerät wählst du bewusst einen ruhigen Moment – nicht gerade dann, wenn du gleich einen Aufruf erwartest.

Prüfungsrelevanz: Diese Stolperfallen musst du kennen

In der PPL-Theorie taucht die ATIS regelmäßig im Fach Kommunikation auf. Beliebte Fragen drehen sich um den Zweck (Entlastung des Sprechfunkverkehrs), den Kennbuchstaben (jede neue Ausgabe erhält den nächsten Buchstaben) und die korrekte Meldung beim Erstanruf ('Information … erhalten').

Typische Stolperfalle Nummer eins: die Verwechslung von ATIS und VOLMET. Die ATIS gilt für einen einzelnen Platz und enthält auch betriebliche Informationen wie die Piste in Betrieb – VOLMET dagegen sendet Wettermeldungen mehrerer Flugplätze für Flugzeuge auf Strecke. Stolperfalle Nummer zwei: zu glauben, das Abhören der ATIS ersetze eine Freigabe oder die Wettermeldung des Lotsen in kritischen Situationen. Beides ist falsch.

Merk dir außerdem: Zeiten in der ATIS sind immer UTC, der Wind wird – wie im Sprechfunk üblich – missweisend angegeben. Wenn du diese Details sauber drauf hast, sind ATIS-Fragen in der Prüfung geschenkte Punkte.

Beispielfrage im Prüfungsstil

Du hast vor dem Einflug in die Kontrollzone die ATIS mit dem Kennbuchstaben Delta abgehört. Was teilst du dem Lotsen beim Erstanruf mit?

Erklärung: Beim Erstanruf meldest du den Kennbuchstaben der abgehörten Ausgabe, zum Beispiel 'Information Delta erhalten'. So erkennt der Lotse sofort, ob du auf dem aktuellen Informationsstand bist, ohne dass Inhalte einzeln wiederholt werden müssen.

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